Personalabbau in Bremen

Nein das soll auf keinen Fall eine Geschichte werden, nach dem Motto, seht ihr, ich hab es doch schon immer gewusst. Dafür ist das Thema viel zu ernst! Vor allem für die Betroffenen, aber verschweigen oder gar schweigen dazu, das geht auch nicht. Denn eine erneute Schreckensmeldung erreicht die Mitarbeiter in deutschen Verlagshäusern besser gesagt eines Regionalverlages. Dieses Mal ist nicht schon wieder von der Funke Mediengruppe die Rede. Nein, denn jetzt kündigt die Bremer Tageszeitungen AG an, den Sparhammer zu schwingen und betroffen sind 110 Mitarbeiter, rund ein Drittel der Angestellten. Erneut sollen also laut DJV zahlreiche Beschäftige entlassen werden, um den Laden zu retten. Das sitzt und zwar richtig!

Die Häufigkeit der Meldungen in der letzten Zeit zeigt nicht nur einen Trend an, sondern ist eher Beleg dafür, dass die Uhr immer schneller tickt. Es geht schlicht um das nackte Überleben der Tagespresse insgesamt. Die IVW-Zahlen lügen jedenfalls nicht. Überraschen kann das aber nicht, denn viel, zuviel ist in den letzten Jahren versäumt worden. Und die Verlage haben es aus ihrer Position der Stärke verpasst, diesen Wandel mitzugestalten. Wer jetzt immer noch glaubt es könne und werde alles so weiter laufen wie bisher, wenn man nur etwas oder viel spart, der hat anscheinend noch immer nicht verstanden, dass wir bereits mitten im Zeitungssterben stecken.

Update 26. April: Der Heckmeck um Hackmack fügt dem Kapitel BTAG noch eine weitere Nuance hinzu. Ulrich Hackmack, Vorstandsvorsitzender seit 14 Jahren, wurde vom Aufsichtsrat abberufen. Grund ist jedoch nicht die Kündigungswelle sondern eine drohende Entscheidung des OLG Bremen, seine Vertragsverlängerung 2009 sei formal nicht korrekt verlaufen. Die Ursache liegt im Streit der beiden Gesellschafterfamilien Meyer und Hackmack. Auch bezüglich der Strategie sollen unterschiedliche Auffassungen vorhanden sein. Das erinnert etwas an die Situation bei der WAZ-Mediengruppe, die jetzt zur Funke-Mediengruppe mutiert ist. Hoffen wir für die Mitarbeiter, dass die Entwicklung in Bremen sich auch nicht in anderen Punkten der in Essen annähert, denn dann folgen bald neue Entlassungswellen.

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