Die neue Hoffnung der Verleger: Jeff Bezos

Was ist in der letzten Zeit nicht alles über das Sterben der Verlage orakelt und geschrieben worden und wie sehr haben die Verlage versucht, die Situation als Krise und nicht als Siechtum zu interpretieren. Doch seit heute ist alles anders! Seit heute bietet sich den Zeitungsverlagen eine neue Chance! Jetzt wird sich alles zum Guten wenden! Denn eine der renommiertesten Tageszeitungen der USA, die ”Washington Post” wurde zum Preis von 250 Mio. US-Dollar verkauft. Eine der wichtigsten Tageszeitungen wurde verkauft. Das ist jedoch mit Sicherheit nicht die neue Chance und der Verkaufsgrund – die Verleger der Post hatten keine Ahnung, wie es weitergehen sollte – ist es auch nicht. Nein, der Grund ist der Käufer: Jeff Bezos und zwar als Person, nicht sein Unternehmen Amazon!

Jeff Bezos, E-Commerce-Guru und als Investor bei The Business Insider bereits mit dem Journalismus verbandelt, soll es nun richten. Vielleicht hat er ja die Idee, wie ein Verlag heute Gewinne erzielen und in die Zukunft transferiert werden kann. Vielleicht können ja alle anderen von ihm lernen, wie man Journalismus digital betreibt, vernünftige und Kunden-freundliche Micro-Payment-Modelle entwickelt, wie man Anzeigenerlöse erzielt oder ein Ersatzmodell findet oder…

Ab sofort gehört es also zum morgendlichen Ritual in den Chefetagen der Verlage zu überprüfen, was die Washington Post denn so macht, wie der Wandel dort vollzogen wird und was man davon denn schleunigst selbst übernehmen könnte! Und dann können auch hiesige Verleger aufatmen. Jeff Jarvis ist sich jedenfalls sicher: “If he does do what I hope, which is to experiment and try new things, and if he generously shares his lessons, that could save more than The Post. The world of newspapers will be watching what Jeff Bezos does.”

Eins vergessen die Verleger bei dieser Rechnung jedoch. Jeff Bezos ist zwar ein Digital Native, verfügt über ausreichend Kreativität und ist zu Experimenten bereit um Ziele zu erreichen. Was aber noch mehr zählt, er hat den erforderlichen langen Atem und das notwendige Kapital, die unter Umständen lange Durststrecke zu überwinden um dann mit dem neuen Geschäftsmodell durchzustarten. Zeit jedoch ist etwas, was in den meisten Verlagen nur noch in begrenztem Maße vorhanden ist!

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