BlackBerry – Siechtum einer Kultmarke im Smartphone Markt

Blackberry, das war über Jahre hinweg das Symbol für den Manager: E-Mail-Maschine, mit der man dokumentieren konnte, ich bin wichtig, ich bin (Top-) Manager. Aber fern ab dieses gängigen Klischees gab es verschiedene Gründe, warum es für eine ganze Reihe von Anwendern ein Smartphone der Kanadier sein musste. Die Tastatur war das eine, das andere war die Sicherheit der Kommunikation. Und das hat man beim Hersteller durchaus ernst genommen, die Übernahme des deutschen Verschlüsselungsanbieters Secusmart ist ein Beleg dafür.

Doch auf einmal scheint alles anders zu sein. Sicherheit schön und gut, aber soooo wichtig ist das jetzt auch nicht für unser Geschäftsmodell. Zumindest so oder so ähnlich scheint man in der Konzernspitze zu denken, wenn man den Nachrichten trauen darf: Das Aushändigen von Nutzerdaten (etwa BBM-Nachrichten) an Behörden in der ganzen Welt scheint business as usual zu sein. Und nein, dabei geht es nicht nur um Terrorismus. Neben dem Korruptionsverfahren gegen die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff soll davon auch das Verfahren wegen Dopings des US Baseball-Stars Alex Rodriguez betroffen gewesen sein. Und man ist überaus stolz auf diese Kooperation, für die nach Recherche des kanadischen Nachrichtenmagazins CBC nur das Ausfüllen eines einfachen Dokuments ausreicht!

Wären die Kanadier ein dicker Fisch im Smartphone-Markt könnte man diese Ignoranz ja vielleicht noch verstehen, aber den kleinen Ast – Security Vorteile – auf dem man sich noch so gerade mit Mühe hält auch noch anzusägen, das muss man auch erst einmal bringen! Die letzten verbliebenen Anhänger kann man jedenfalls auf diese Art und Weise wohl nicht davon überzeugen, auch in Zukunft auf BlackBerry 10 zu setzen!

Blackberry – war da etwas?

Aber das ist noch nicht einmal das wahre Drama der aktuellen Situation! Es ist mittlerweile schlicht und einfach egal geworden, was BlackBerry macht. Es interessiert einfach nicht mehr! Denn die Meldung zur bereitwilligen Kooperation mit den Behörden ist über drei Wochen alt. Eine messbare Reaktion darauf habe ich nicht festgestellt – BlackBerry ist eben nur noch ein Nischenprodukt, ein me-too-Android-Anbieter… mehr auch nicht. Schlimmer geht es eigentlich nicht! Und Mitleid ist bei dieser Strategie auch fehl am Platz!

Dementsprechend benötigen die Meldungen der letzten Tage, dass die Blackberry 10-Linie eingestellt werden soll, im letzten Quartal mit 670 Millionen in die roten Zahlen gekracht ist oder die neuen Geräte von anderen Herstellern produziert werden, auch keiner Erläuterung mehr. Wir sind Zeugen des Untergangs einer Marke und eines Produkts!

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CeBIT-Rückblick II: Spannend und erfolgreich

Ich gebe zu, die CeBIT und ich, das war lange Jahre eine Zwangsehe. Man hat mit IT zu tun und dann muss man im März halt nach Hannover, wenn das Wetter noch kalt und grausig ist. Volle Hallen, kaputte Füße, den Mund fusselig geredet … – das ganze Programm einer großen (Standard-)Messe eben. Mal mit Konsumenten, mal ohne, mal mit dem Konzept, mal mit einem anderen. Doch mittlerweile tut sich etwas bei der CeBIT. Und wenn ich mir jetzt 2015 und 2016 rückblickend betrachte, nicht das Falsche. Es gibt wieder einen klaren Fokus und die Messe gewinnt offensichtlich an Attraktivität. Zumindest die überwiegende Zahl der Aussteller mit denen ich gesprochen habe äußerte sich zufrieden über die Messe und die Qualität von Besuchern und Gesprächen.

Zwar ist noch immer nicht alles Gold was glänzt, aber die Deutsche Messe beschreitet mit der Neupositionierung den richtigen Weg – die CeBIT mehr zu einem Treffpunkt zu machen. Dabei darf ruhig noch stärker der Event-Charakter in den Vordergrund geraten, Barcelona und der Mobile World Congress lassen grüßen. Veranstaltungen wie die Global Conferences, mein persönliches Highlight „SCALE11“ in Halle 11 oder das Bloggertreffen „Rock the Blog“ am Freitag machen den Besuch in Hannover deutlich attraktiver als früher. Ich habe mich das ein oder andere Mal – etwa bei den Podiumveranstaltungen des Campus Mittelstand – dabei ertappt, dass die CeBIT ja richtig Spaß machen kann.

 

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Also Deutsche Messe weiter auf dem eingeschlagenen Weg und konsequente Fortentwicklung des neuen Konzepts, dann strömen vielleicht nicht mehr 800.000 Besucher durch die Hallen, aber die CeBIT gewinnt wieder mehr an Gewicht wird wieder zu einem relevanten Event in der Branche! Und etwas Anstehen beim Einlass ist ja schließlich keine Katstrophe! 🙂

CeBIT-Rückblick I: So wird das Nichts mit der Digitalisierung

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Die zweite CeBIT nach der Neuausrichtung und Nein, es war nicht alles schlecht. Doch dazu werde ich demnächst bloggen. Hier geht es um das, was mich gestört beziehungsweise geärgert hat.

Zuerst einmal der altbekannte Fehler. Ohne den man in Hannover glaubt nicht auskommen zu können: Es war viel zu viel IT für IT-Profis. Buzzword hier, Technik dort und mittendrin das IT-Sprech für „wie wir ihre Prozesse verbessern“. Doch viel wichtiger wäre in diesem Zusammenhang die Verknüpfung von IT und Geschäft. Dafür müsste aber die Ansprache der Kunden und potenziellen Kunden geändert werden und ob das noch mal gelingt? Dass die Digitalisierung kommt – besser bereits läuft – dürfte mittlerweile auch wirklich jedem klar geworden sein. Es bleibt also nur noch die Frage, ob wir (noch) rechtzeitig auf den Zug aufspringen. Und genau das sollte im Mittelpunkt stehen, wie kann Unternehmen ABC von der Digitalisierung profitieren und dann „Butter bei die Fische“. Praktische Beispiele wie sich Dinge im Unternehmen verändern oder verbessern wenn auf die 1 und die 0 gesetzt wird. Wie wäre es mit einer Vorführung bei der etwas gescannt oder fotografiert, unmittelbar an den Lieferanten übermittelt und dort bereits in das benötigte Produkt umgesetzt wird. Könnte man doch mal versuchen! Das sorgt nicht nur für den gewünschten Aha-Effekt, sondern zeigt zugleich auch, dass Digitalisierung etwas ist für das sich Chef-Etage und Mittelstand interessieren sollten.

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Aber oh weh, die Branche glaubt offensichtlich selbst nicht, dass sie das schafft, denn zu den prominenten und gefühlt hundertfachen Ausstellungsstücken zählte das Auto, am liebsten getunt – toll! Da war IBM aber schon fast wieder innovativ, dort griff man auf ein Powerboat als Hingucker zurück. Also wenn die IT selbst nicht an den Erfolg ihrer Produkte, Lösungen oder Dienstleistungen glaubt, warum sollen das Unternehmer, Geschäftsführer oder Vorstände dann machen. Und wenn ich Autos sehen möchte, da gibt es in Frankfurt eine Konkurrenzveranstaltung…

Sich nicht übertölpeln lassen *

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Es gibt viele Gründe nach Nürnberg zu reisen, Geschichte, Dürer, Rostbratwürste oder Lebkuchen zählen dazu. Seit einigen Jahren gibt es im Oktober einen weiteren triftigen Anlass in die Frankenmetropole zu reisen, vor allem dann, wenn die IT-Sicherheit berufliches Standbein ist oder grundsätzliches Interesse an der Sicherheit der eigenen Daten besteht – die it-sa. Entstanden aus der früheren Security Area der Systems fand diese vom 07. bis 09. Oktober zum 6. Mal in Nürnberg statt und hat sich im Laufe der Jahre zu der IT-Fachmesse in Europa entwickelt. Stetiges Wachstum auf Ausstellerseite und der vermieteten Fläche belegen den Erfolg der Veranstaltung. So fanden in 2014 7.400 Fachbesucher und 385 Aussteller aus 21 Ländern den Weg nach Nürnberg – ein dreifaches Plus.

Dass dies im nach-Snowden-Jahr der Fall ist, macht Hoffnung, Hoffnung auf einen dauerhaften Trend hin zu mehr Sicherheit. Denn schließlich ist der Hype raus aus dem Thema und dennoch pilgern mehr und mehr Besucher nach Nürnberg und suchen die Themen und Produkte, die ihre IT sicherer machen. Ausgemachte Trends in diesem Jahr waren Kryptografie und mobile Verschlüsselung, die quasi allgegenwärtig waren. Und noch einen interessanten Fakt gab es zu beobachten, zumindest wurde mir dies von Ausstellern so berichtet: Es waren deutlich mehr Privatpersonen auf der Messe und das obwohl außer einigen Antivirus-Herstellern eher Enterpriseprodukte kennenzulernen waren. Da waren wohl eine Reihe Besucher inkognito vor Ort!

* Nach BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf die Beschreibung für Social Engineering

PS: Nur eines sollte im Jahr 2014 nicht mehr fehlen, ein definierter Hashtag für die Kommunikation über Twitter, denn Interessierte und Aussteller haben gegen Information oder Werbung in sozialen Netzwerken sicherlich keine Einwände! So etwas ist schon peinlich und unprofessionell!