Turbulenzen im Mobilfunkmarkt

Zur Zeit erinnern die Ereignisse im Mobilfunkmarkt an längst vergangene Zeiten, ein Deal jagt den nächsten, die lang angekündigte Konsolidierung schreitet voran und noch scheint das große Stühlerücken nicht beendet.

Da stößt Vodafone seinen Verizon-Anteil in den USA ab, E-Plus und O2 wollen fusionieren, während gleichzeitig Carlos Slim versucht die E-Plus Mutter KPN zu übernehmen und die Fusion zu vereiteln. Und bei den Geräteherstellern ist auch ein großer Deal zu vermelden: Microsoft schnappt sich Nokia und will sich somit als integrierter (Mobilfunk-) Konzern endlich wieder ein größeres Stück vom Kuchen der mobilen Betriebssysteme abschneiden. Zur Zeit gibt es insgesamt drei mehr oder minder relevante Betriebssysteme, die von ebenfalls drei Anbietern dominiert werden, Android mit Samsung, iOS mit Apple und Windows Phone mit Nokia/Microsoft. Für die anderen Hersteller wird es langsam eng was große Marktanteile anbelangt. Denn es bleiben nur zwei Möglichkeiten, sich hinter Samsung bei Android einzureihen oder aber versuchen Nokia und damit Microsoft zu folgen und dort sein Heil zu suchen. Dafür sprechen die guten Kontakte die Redmond zu den Hardware-Anbietern hat, dagegen, dass Microsoft nach dem Tablet-Markt ein weiteres Mal selbst als Hardwareanbieter auf dem Markt antritt und sich die Begeisterung für diesen Schritt sicherlich in sehr engen Grenzen halten wird! Aber Erfolge beim Hardware-Geschäft hat Microsoft jedenfalls bis zum heutigen Tage nicht zu vermelden!

Der große Verlierer steht damit auch schon fest: BlackBerry wird wohl allenfalls die Rolle des Nischenanbieters bleiben und auch nur dann, wenn es gelingt sich auf niedrigem Niveau zu konsolidieren. Es sei denn, auch hier schlägt noch ein anderer Anbieter zu und geht in Waterloo einkaufen! Die Wahrscheinlichkeit ist seit heute wieder gestiegen.

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Windows Phone 8 wurde geadelt

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Zugegeben es hat einige Zeit gedauert bis Microsofts neues Smartphone Betriebssystem Windows Phone 8 vom Markt angenommen wurde. Doch das ist mittlerweile geschehen. So hat sich der weltweite Marktanteil von Windows Phone sehr gut entwickelt. Der aktuelle Anteil beträgt 3,3 Prozent gegenüber 2,6 Prozent vor einem Jahr, eine Steigerung von rund 30 Prozent! Damit ist es Microsoft gelungen, das Blackberry-Betriebssystem von der dritten Position zu verdrängen. Und auch für Nokia dürfte das eine sehr gute Meldung sein, sind es doch die Finnen, die mit ihrer Konzentration auf Redmonds System maßgeblich zu diesem Markterfolg beigetragen haben. Mittlerweile kapituliert wohl auch HTC vor den Lumias, denn hier will man sich anscheinend aus der Produktion von Windows Phone Geräten zurückziehen und sich komplett auf Android konzentrieren. Die Marktposition von Nokia ist wohl zu erdrückend. Ob HTC aber bei Android mehr Erfolg haben wird, das steht wiederum auf einem ganz anderen Blatt. Hier heißt der alle überragende Marktteilnehmer Samsung!

Doch all dies sind bestenfalls erste Kennzeichen für eine geänderte Marktposition. Den Beweis, dass Microsoft wichtiger geworden ist liefert jetzt nämlich ein anderes Unternehmen, Google! Die langwährende Auseinandersetzung zwischen Google und Microsoft rund um die YouTube-App für Windows Phone scheint endgültig Geschichte zu sein. Mittlerweile wurde die neue Version der YouTube-App in den Windows Phone Store gestellt und kann heruntergeladen werden. Und wenn sich Mountain View dazu durchringt, eine App für ein Betriebssystem zu liefern, dann wird deutlich – man hat es geschafft! Microsoft ist wieder in den Kreis ernsthafter Anbieter aufgenommen worden!

Update 16.08.2013: Trotzdem gehen die Störfeuer aus Mountain View weiter. So berichtet unter anderem der GoogleWatchBlog, dass Google die neue App auch gesperrt hat. Darüber beschwert sich Microsofts Blogger David Howard in ”The Limits of Google’s openness”, Google habe gefordert Microsofts App solle voll auf HTML5 setzen um auf das Videoportal zuzugreifen – die offiziellen Apps für Android und iOS hingegen täten dies nicht. Fortsetzung dieses Streits ist wohl leider zu erwarten! Vielleicht soll Microsoft dann doch nicht noch stärker werden. Man kann aber auch wie teezeh fragen: Wie war das mit Don’t be evil?